Donnerstag, 6. Oktober 2011

Animal Man #1

Das Comic war eine echte Premiere für mich. Vom Charakter Animal Man war mir bisher nichts bekannt und daher habe ich neugierig das Heft geordert und es vermieden mir Previews anzusehen. Das Cover hatte mich überzeugt und das wenige, was mir über die Person Buddy Baker wusste, hat ausgereicht, um mich für das Comic zu entscheiden. Der Leser wird mit einem kurzen Interview in die Welt des Animal Man eingeführt. Er erfährt, dass der Typ früher ein Aktivist war, dann ein Superheld und mittlerweile in einem Indipendentfilm mitspielt. Der zweifache Vater ist sucht selbst irgendwie nach einer Aufgabe und wird schlussendlich doch wieder aktiv. 
Seine richtig rafft man die Kräfte allerdings nicht. Er scannt irgendwie die Umgebung und sucht sich dann ein Tier aus, dessen Kräfte er für den Moment annimmt? Naja, das Konzept ist jedenfalls nicht wirklich neu (ok, es gibt den Charakter ja auch nicht erst seit September 2011, aber trotzdem). Der Schluss ist jedenfalls reichlich abgefahren, was mir extrem gefallen hat. Der wtf-Moment ist ziemlich krass und könnte eine gute Storyline einleiten. Man weiß wenig bis gar nichts und irgendwas ist mit seiner kleinen Tochter los. Dass das ganze als Familystory aufgezogen wird, finde ich eigentlich ganz passend.
Die Zeichnungen sind sehr speziell und ich verstehe jeden, der darauf nicht wirklich klar kommt. Foreman hat einen Stil, der teilweise sehr nach Oldschool aussieht, aber auch sehr klar und fast steril wirkt. Wird es im Comic dagegen animalisch, ändert sich der Stil ebenfalls und er wird schroffer. Das passt eigentlich ganz gut und grade bei den größeren Panels mit mehr Details kommt es hervorragend zur Geltung. Ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet, aber das gilt eigentlich für viele #1 Nummer. Immerhin komme ich ja vom Trade und da vergisst man sehr schnell, wie kurz einzelne Comichefte ja sind. Bei Animal Man hat man jedenfalls nicht das Gefühl, dass wirklich viel passiert, aber trotzdem viel vermittelt wird.
Ich werde die Serie auch weiterhin antesten und hoffe, dass sich die Handlung noch etwas entfaltet und ein wenig komplexer wird. Immerhin ist es ein völlig neuartiges Universum des Animal Mans, das es zu erkunden gibt.

Batwing #1

Als ich das erste Mal die Solicitations für den September durchgegangen bin, war dieser Titel sowas von überhaupt nicht auf meiner Liste. Ein schwarzer Batman in Afrika, der in einem Volltechnanzug steckt. Geht es noch langweiliger? Aber dann habe ich überlegt, dass mit diesem Setting doch einiges an Möglichkeiten offen steht und der Titel sehr interessant sein könnte.
Ist das der Fall? Nach einem Heft sicher schwer zu beurteilen, aber die Frage lässt sich keinesfalls vollständig mit "ja" beantworten.
Ben Oliver hat ein absolut meisterhaftes Artwork geschaffen, das sehr realistisch und zugleich künstlerisch ist. Die dunklen und braunen Töne, passend perfekt zur Atmosphäre. Ein Problem hab ich dennoch. Man sieht nichts von Afrika. Das ist vermutlich dem Artwork geschuldet, dass sich voll reinhängt, um die Figuren darzustellen, aber Hintergrund und Umgebung ziemlich leer lässt.
Ich glaube es gibt nur ein einziges Panel, in dem man ein paar Häuser sieht. Es ist ein bisschen so, als würde man einen Film schauen, bei dem man nur Nahaufnahmen hat. Vielleicht nicht ganz so schlimm, aber es liest sich sehr beengt.
Die Story ist dagegen solide. Wir haben einen üblen Gegenspieler, der die erste Garde der afrikanischen Superhelden aufs Korn nimmt. Batwing, der im korrupten und zersplitterten Kongo/Zaire tagsüber ein Offizier ist, wurde von Bats persönlich ausgestattet. Und hier bekomme ich ebenfalls Probleme. Das alles wird so rübergebracht, als würde Batman Entwicklungshilfe bei der Verbrechensbekämpfung leisten und Batwing nur der devote, dankbare Trottel aus Afrika.
Sorry, aber da hätte man ruhig einen etwas emanzipierteren Charakter formen können.
Wie dem auch sei, es gibt noch nicht viel Handlung, es wird ein wenig in die Hauptperson oder sein Umfeld eingeführt und mit einem Knaller abgeschlossen.
Ein Comic, das ebenfalls großes Potential hat, grade im Hinblick auf die genuin afrikanischen  Probleme, die der Kontinent mitbringt. Es wäre wünschenswert, wenn sich daraus eine erwachsene Serie etablieren würde, die gesellschaftliche Missstände aufgreift und über das Standard-Superhelden-Bla bla hinaus thematisiert. 
Wenn Judd Winick das nicht schafft, wird Batwing einfach nur ein missglückter Batmanklon bleiben, der in keinster Weise bemerkenswert ist. 

Grifter #1

Okay, okay. Die neuen Hefte sind eingetrudelt und da ich momentan mit einer Grippe flach liege, habe ich dankenswerter Weise die Zeit alle in einem Rutsch zu konsumieren.
Beginnen wir mit Grifter. Ein Wildstormcharakter, der mir komplett unbekannt war, mich aber direkt fasziniert hat.
Der Protagonists Cole Cash befindet sich in einem Flugzeug, wird von sinistren Stimmen geplagt und nach kurzer Zeit angegriffen. Man wird unmittelbar ohne viele Erklärungen in die Handlung geworfen. In einem Flashback lernen wir den Charakter etwas näher kennen, es bleibt allerdings vieles verborgen und man ist gespannt, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.
Der Typ macht einen ganz smarten Eindruck und ist mit der ganzen Situation offensichtlich hoffnungslos überfordert. Der Leser wird also bei 0 mitgenommen und nimmt an der Bewältigung der Umstände teil.
Insgesammt passiert sicherlich sehr wenig in der ersten Nummer, aber die Sache mit den verborgenen Viechern scheint sehr interessant zu werden und nicht zuletzt das unfassbar großartige Artwort von Cafu, macht das Comicheft zu einem absoluten Genuss. Ein aufgeräumter, klarer Stil steht dem Charakter sehr gut und die Kolorierung von Andrew Dalhouse ergänzt die Zeichnungen zu einem großartigen Gesamtwerk.
Insgesamt ein gutes Heft mit herausragendem Artwork, das für die Zukunft einiges an Potential verspricht. Ich werde dran bleiben.