Mittwoch, 1. Februar 2012

Axe Cop - Kinderdadaismus im Comic

Weltraum-Vampir-Ninjas .... mit Wurfsternen ... in Mondform .... die explodieren! Die Fähigkeit, den Mond in einen Superhelden verwandeln zu können, der alle bösen Typen auf ihm selbst umbringt.
Ein Polizist mit einer Axt und ein Flötenmann, der zu einem Dino wird. Die ultimative Waffe: 2 Pistolenkugeln, die aufeinander gefeuert werden, sich in eine Superkugel verwandeln und mit einem Vampirzahn verbessert werden (der später wieder abgenommen und mit Superkleber in das Gebiss geklebt werden kann).
Das hört sich sehr wirr, bescheuert und zusammenhangslos an, ist aber ungaublich spaßig und hört auf den Namen: AXE COP.
Weihnachten 2009 haben die Brüder Malachia Nicolle (5) und Ethan Nicolle (29) eine in der Comicwelt so ziemlich einzigartige Idee verwirklicht: ein kleiner Junge darf all seine kindlich-naiven und absurden Ideen für einen Superhelden losbrabbeln und jemand nimmt die Handlungsfäden auf, um sie auf Papier zu bringen.
Nun mag man denken, dass dabei kein lesbares Ergebnis herauskommen kann und schon gar kein guter Comic. Bei AXE COP ist das jedoch der Fall und die One-Pager dürften bei so einigen Leuten Freudentränen und Bauchkrämpfe hervorrufen.
Ich habe mich jedenfalls prächtig amüsiert.
Als Freund von seltsamen Ideen hat zuerst der Tyranno Wexter meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf dem Saurier reitet AXE COP. Wexter kann Feuer speien (natürlich) und hat 2 Maschinengewehre als Arme. Ach ja, und er hat natürlich eine Copbrille auf und kann fliegen. Einfach irrwitzig und auf seine absurde Art einfach brilliant.
Was als kostenloser Webcomic auf der Homepage begann, ist mittlerweile auch in Printform bei Dark Horse Comics erschienen und hat es seit ein paar Wochen sogar zu einer Heftserie gebracht. Löblicherweise kann man sich immer noch alle Episoden der schrägen Reihe ansehen und ich rate auch jedem, dies, falls noch nicht geschehen, schleunigst nachzuholen.
Auch wenn der Comicmarkt sehr innovativ sein kann, es kommt doch keine noch so ausgefallene Geschichte an die Fantasie eines Kindes heran und deshalb sind auf der Handvoll Panels in einer Folge unglaublich viele Ideen verbraten. Auch wenn diese in den wenigsten Fällen logische Zusammenhänge haben, schafft der große Bruder es trotzdem, den narrativen Faden der unbedarft losgeplapperten Fetzen durch die Stories zu ziehen und so etwas wie eine Handlung entstehen zu lassen.
Sehenswert sind außerdem die "Beweise", wie der große Bruder dem kleinen über Skype Fragen stellt und dieser ihm den Plot für die Geschichte gedankenverloren und nach seinen ganz eigenen Vorstellungen vorträgt.
Die Zeichnungen sind größtenteils in schwarz/weiß, sehen gut aus und sind zweckdienlich. In den Geschichten entdeckt man auch immer wieder selbst seine eigene Kindheit wieder und wie man früher auf ein Blatt Papier völlig sinnlose Sachen gekritzelt hat. Außerdem entdeckt man viele Wünsche des Kleinen in den Geschichten. Zum Beispiel dürfen die jungen Vampirninjas vom Mond nachts aufbleiben, damit sie bad guys verprügeln können, weil die ja nachts schlafen.
Wem das Lesen zu anstrengend ist, der kann sich die ersten 3 Episoden aufwendig animiert auch hierhier und hier ansehen. Außerdem gibt es eine "Realverfilmung" der ersten Episode.
Wer außerdem noch wissen möchte, was es mit Uni-Baby, dem Schneeplaneten oder Ralph Wrinkles dem sprechenden Hund auf sich hat, der sollte sich die Strips ansehen und am besten auch noch das Trade besorgen. Solche ambitionierten und wirklich tollen Projekte muss man einfach unterstützen. AXE COP ist erfrischend, leichtfüßig, unschuldig, brutal und vor allem extrem lustig.

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