Sonntag, 31. März 2013

Independent Sonntag: The Private Eye

Brain K. Vaughan ist vielleicht der beste Comicbuchautor der letzten 20 Jahre und wenn nicht das, dann auf jeden Fall der kreativste. 
Seine aktuelle Image Serie "Saga", mit tollen Artwork von Fiano Staples, ist in aller Munde und auch für sein magnum opus "Y - The Last Man" wird er noch lange Zeit gefeiert werden, nachdem es Eisner Award Nominierungen und Preisen regnete.
Er schrieb sowohl für die großen Verlage und ihre Franchises, als auch im Creator Owned Bereich, allerdings geht er mit seinem neusten Projekt "The Prive Eye", das er zusammen mit dem Marcos Martin startete, völlig neue Wege.
Auf der Homepage Panelsyndicate bieten sie eine neue Comicserie im Direktvertrieb und ausschließlich als digitalen Comic an. Nach dem "Bezahl was du willst"-Prinzip kann man zwischen 0 und x Dollar zahlen und bekommt das erste Heft in verschiedenen Formaten.
Wer also erst einmal reinschnuppern möchte, der kann es sich kostenlos klicken und wenn es ihm gefallen hat, einen Obolus bequem per Paypal hinterlassen.
Erstmal ist es wirklich toll, dass man das Comic so problemlos und leicht bekommen kann, aber es ist auch noch außergewöhnlich gut!
Das Format ist an Tabletgeräte angepasste, also im horizontalen Querformat, wie es auch bei den von vielen Verlagen mittlerweile veröffentlichten digital Firsts der Fall ist. Das ist bequem und funktioniert mit Martins sehr geometrischem Panelaufbau sehr gut.
Das Artwork ist zeckmäßig. Nicht überragend, aber auch kein Reinfall, allerdings hat es seine Stärklen vor allem im Erzählen und den verrückten Kostümen. 
BKV erschafft hier eine paranoide Welt, die genau der Gegenentwurf zu der sich selbst entblößenden postprivacy Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ist. Auf geistreiche Art und Weise beschreibt er die dystopische Zukunft, in der auf der Suche nach Privatssphäre Menschen nur noch verkleidet auf der Straße anzutreffen sind. Um nun Fakten über Personen überhaupt herauszufinden muss man schon Privatschnüffler bzw. Paparazzi anheuern. Aus Sicht eines Menschen, der diesem Handwerk nachgeht, wird die Geschichte in "The Private Eye" erzählt. Dabei spielt BKV auf besonders kreative Art und Weise mit den Möglichkeiten und erschafft eine lebendige, fiktive, aber trotzdem sehr konsistente Welt.
Die erste Ausgabe macht große Lust auf viel mehr und schafft es eine angenehme Mischung aus Verwirrtheit, Neugier und Faszination beim Leser zu hinterlassen. Ironischerweise erscheint dieses der digitalen Welt durchaus kritisch gegenüber eingestellte Werk nach derzeitigem Stand ausschließlich digital. Das sollte aber überhaupt nichts machen und jeder, der heute noch Berührungsängste mit digitalen Comics hat, sollte die Gelegenheit nutzen und in diese bunte und völlig verrückte Welt eintauchen.
Wie es schon auf Twitter geschrieben wurde, es gibt keinen Grund mehr, weshalb man dieses Comic nicht lesen sollte!

Donnerstag, 28. März 2013

Comicbesprechung: East of West #1


Mr. Hickman ist zurück und er gehört zu den wenigen Autoren, die mich für Marvelserien begeistern konnten. Mit seinen Fantastic Four Heften hat er sich in mein Herz geschrieben und auch bei Image Comics gibt es immer wieder kleinere Serien von ihm. Neben The Manhatten Project, gibt es nun eine zweite fortlaufende Serie von ihm bei Image: East of West.
Die Hyperezeptoren waren im Vorfeld bereits in Schwingungen versetzt und wurden vollumfänglich befriedigt.
Die Geschichte:
In einem fiktiven und anachronistischen Amerika werden drei menschenähnliche Kreaturen inmitten eines Steinkreises erweckt. Sie sind Reinkarnationen, aber offenbar fehlt ein Wesen, um die Reiter der Apokalypse zu komplettieren. In einer anderen Zeitebene verfolgen wir Death mit seinen beiden Gefährten und dessen Weg zum Präsidenten der Sieben Nationen von Amerika.

Mittwoch, 27. März 2013

Worldbuilding bei DC - ein kurzes Résumé mit Leitfaden für den Sommer

Der Trinity War wirft seinen Schatten voraus und bei den New52 tut sich einiges.
War es am Anfang des Relaunchs noch so, dass relativ viele Serien völlig autonom liefen und selbst innerhalb der "Familien" Serien wenig Überschneidung kam, wurden kurze Zwangscrossover eingeführt oder Figuren aus eingestellten Serien kurzerhand in andere verfrachtet. Aber so richtig kohärent fühlte sich diese neue Welt noch nicht an. Das Rückgrat sollten Action Comics und Justice League bilden, die 5 Jahre vor allen anderen Heften spielten, allerdings kümmerte sich Morrison eher um seine eigene Geschichte und Justice League wirkte mit der Darkseidstory auch ziemlich verloren, zumal viele Charaktere (z.B. Wonder Woman) völlig anders wirkten, als in ihren eigenen Serien.
Mit der ersten Ausgabe von Earth 2 änderte sich allerdings das "Gefühl", das man beim Lesen der bisherigen Hefte hatte. Denn mit der Invasion auf dieser Parallelerde fühlt sich das Multiversum schon etwas divers, aber trotzdem vereint an. Dadurch, dass die Trinity auf Earth 2 bei einem ähnlichen Angriff wie auf der Haupterde, vernichtet und die beiden Offsprings auf Erde 1 und Mister Terrific wiederum auf Erde 2 gebracht wurden, zog sich das Weltennetz ein bisschen zusammen. Mittlerweile konnte sich auch die Dark Sparte konsolidieren und mit den Geschehnissen in der Hauptserie, sowie dem Rotworld Event, zueinander finden. Sogar bei Wonder Woman und dem wohl in Kürze bevorstehenden Kickoff der New Gods und den Aussagen Azzarellos bezüglich seiner zukünftigen Pläne, lassen auf noch mehr Interaktion innerhalb des New52 Universum hoffen.

Dienstag, 26. März 2013

Krach im Anmarsch - eine musikalische Vorschau

Aloah!
Es ist März und vor uns stehen einige extrem vielversprechende muskalische Werke!
Zeit, die mal genauer zu beleuchten, damit auch ja nichts verpasst wird, nachdem die ersten drei Monate doch relativ mau aussahen!
Aber da es sich erfahrungsgemäß im Frühling und Spätsommer gerne staut und man da schon mal den Überblick verliert, gibt es hier einen kleinen roten Faden für die potenziellen Perlen der nächsten Wochen.

Die Briten von Cathedral geben ihren Abgesang am 26. April mit ihrem zehnten Studioalbum, das auf den Namen "The Last Spire" hören wird. Nach dem wirklich fantastischen und völlig wahnsinnigen "The Guessing Game", das auch schon wieder drei Jahre auf dem Buckel hat, ist es wieder an der Zeit, dass die Urväter des Doom auf den Plan treten und mit Würde ihr letztes Album veröffentlichen. Danach ist Schluss. Leider, aber in Anbetracht des beachtlichen Erbes und der Gefahr, irgendwann scheiße zu werden, eine nachvollziehbare Entscheidung. Auf der Soundcloud-Seite vom Decibel-Magazin kann man sich schon den Song "Vengeance of the Blind Dead" anhören. Das Cover-Artwork kann man ebenfalls schon anschauen, allerdings ist es dieses Mal nicht so wunderbar verspielt. Aber vielleicht steckt das obligatorisch psychodelische Gemälde ja auch im Booklet?


The Dillinger Escpe Plan sind mit "One of Us is the Killer" am 14. Mai dran. Zur ersten Single "Prancer" gibt es bereits ein Video auf YouTube. Mittlerweile sind sie auch nicht mehr bei den Franzosen von Season of Mist, sondern erneut in Amerika bei Sumerian Records gelandet. Dürfte definitiv wieder ein Brett in Sachen komplexer Gitarrenkunst werden. Nachdem "Option Paralysis" bereits ein Kracher war, sind meine Erwartungen sehr hoch! 


Nicht ganz so hoch, aber immerhin vorhanden sind sie bei The Ocean. Nachdem das Album "Precambrain" vor 6 Jahren die metallische Vertonung der verschiedenen Erdzeitalter markierte und das Doppelalbum "Heliocentric" und "Anthropocentric" eine astronomische Aufarbeiten darstellte, widmet man sich nun der pelagischen Welt. Aufgeteilt in die verschiedenen Wasserschichten, darf man sich wieder auf ein Konzeptalbum freuen. Nachdem mir die beiden Vorgänger aufgrund fehlender Ruppigkeit nicht ganz so zusagten, könnte es aber wieder eine härtere Metalkante geben ... Spätestens wenn wir uns in den Untiefen befinden, wo nur noch Tiefseeangler die Gewässer illuminieren. Den Song "Hadopelagic II: Let Them Believe" kann man sich hier schon anhören. Einen weiteren Song, der mich extrem an Mastodon zu "Blood Mountain"-Zeiten erinnert, kann man auf der "Metal Blade"-Seite hören. Und es wird merklich brachialer, ausgezeichnet. 
Aber bei so viel Ausgefuchstheit kann man sich sicherlich wieder länger mit der Scheibe beschäftigen. Wer richtig Bock drauf hat, der kann sich auch direkt noch die Studioreports reinziehen. Das Album soll ebenfalls am 26. April erscheinen.


Und zu guter Letzt kommen die Krachchaoten aus Norwegen namens Kvelertak mit dem neuen Album "Meir" um die Ecke. Nachdem völlig wahnsinnig großartigen Debüt ist die Messlatte eigentlich unfassbar hoch. Es ist vor wenigen Tagen erschienen und somit kann man sich bereits ein Bild vom kompletten Album machen. Mir fehlte bis dato noch die Zeit, es komplett zu hören, aber die schon erschienenen Videos zu einigen Songs sind wahnsinnig cool.
In "Bruane Brenn" dürfen die Kids mal das Mikro halten und beim neuesten Output "Månelyst" gibt es wirklich jeden Horrorfilm der letzten 40 Jahre in Kurzform zu sehen. Das, was ich bisher gehört hab, lässt auf ein weiteres Meisterwerk hoffen, denn Kvelertak schaffen es, durch ihre Songs ein zwanghaftes Bedürfnis, sein Wohnzimmer in Schutt und Arsche zu legen, zu erzeugen. Daumen hoch!
Cover ist mal wieder von Simon Bisley (Baroness) und es ist soooo schön:


Montag, 25. März 2013

Gabriel Burns geht weiter


Nach fast drei Jahren und einem Rechtsstreit kehrt die Hörspielserie überhaupt zurück! Am 19. April soll es soweit sein. Bei den üblichen Internethökern ist die Folge 36 mit dem Titel "Am Ende aller Tage" bereits gelistet. Gabriel Burns, die Geschichte um den Kanadier mit seltsamer Begabung, den 10 fahlen Orten und dem Team aus Ermittlern geht endlich weiter! Eigentlich war die Folge schon für das erste Quartal angekündigt, allerdings verschob sich der Termin mal wieder. Aber wer schon so lange gewartet hat, den schockten jetzt wohl die paar Wochen auch nicht mehr. 
Nach der relativ konfusen Doppelfolge #34 und #35, geht es hoffentlich wieder etwas sortierter und vor allem in einem vernünftigen Veröffentlichungsintervall weiter. 
Der Klappentext verrät zudem einiges:
Larry Newman löste die Atemschutzmaske vom Gesicht. Er setzte den neuen Filter ein, klemmte den verkrusteten Verschluss zwischen die Zähne und drehte ihn langsam zurück in das Gewinde. Ohne Maske konnte ein menschlicher Organismus nicht länger als zwei Minuten bei Bewusstsein bleiben. Ohne Bewusstsein war der Tod nur eine Frage kurzer Zeit...  Drei Tage... In weiter Ferne glühte ein riesiges, kuppelartiges Gebilde. In fahlem Grün.  Der Widerstand sendete nicht länger. Die Störfelder waren zu stark geworden. Aschewolken wehten über das trostlose Land. Von der namenlosen Kleinstadt im Tal waren nur Ruinen übrig geblieben...
Quelle: Gabriel Burns Facebook

Außerdem soll sich das Layout der CDs leicht geändert haben. Zugegeben, das Coverartwork sieht ein wenig lieblos aus, aber das war auch schon in der Vergangenheit so und muss nichts heißen. Solange die hochwertige Aufnahmequalität und Hörspielumsetzung auf dem Niveau bleibt und inhaltlich wieder etwas mehr Klarheit in die Geschichte kommt, steht einem tollen Comeback nichts mehr im Wege.

Sonntag, 24. März 2013

Independent Sonntag: The October Girl


It's Sunday, yay!
Heute geht es um ein Comic, das von Matthew Dow Smith in Personalunion erschaffen wurde. The October Girl. Erschienen ist es beim tollen Monkey Brain Verlag, der Künstlern eine Plattform für die digitale Distribution ihrer Kreationen zur Verfügung stellt.
Ich habe lange überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, diese Serie zu empfehlen, da bisher erst zwei Ausgaben erschienen sind und diese jeweils auch nur 13 Seiten haben. Aber sie ist so gut und für 0,89 Euro die Ausgabe, ist sie geschenkt, so dass jetzt jeder mal zu seinem digitalen Comicshop geht und sich die beiden Hefte holt und toll findet.
Aber Obacht! Es ist durchaus melancholisch und düster. Dank der witzigen und besonnenen Schreibe von Matthew Dow Smith wirkt "The October Girl" aber nicht hoffnungslos elegisch, sondern hat durchaus leichte Momente. Eine wunderbar balancierte Mischung.
Es geht um ein junge Frau namens Autumn, die nicht so normal ist, wie man es von den meisten Leuten erwarten würde. Was sie aber viel sympathischer macht, ist ihre Art, wie sie die Welt betrachtet. Smith stellt in den wenigen Seiten so viele existenzielle Fragen und gibt erfrischende Blickwinkel auf das Leben und den Sinn, dass es riesigen Spaß macht, das Heft zu lesen. 
Der Zeichenstil passt perfekt zur teilweise eben melancholischen Atmosphäre und erinnert mit den Schwarzflächen und den geometrischen Formen an Mignole, allerdings ist er von dessen Brillanz noch weit entfernt.
Das Comicbuch ist komplett in schwarz-weiß und eine blassblaue Farbe gehüllt, so dass der flächige Zeichenstil wunderbar funktioniert.
Inhaltlich will ich eigentlich gar nicht mehr so viel darüber verlieren, weil sich das Wenige, was man erfährt ja auch in den wenigen zur Verfügung stehenden Ausgaben befindet.
Aber es lohnt sich definitiv! 
Wer allerdings mit "so Kunstkacke" oder Comics, die auch auf einem literarischen Level funktionieren, nicht viel anfangen kann, der sollte die Finger davon lassen.
Sollte man allerdings mal in dem ganzen Dschungel aus generischen Superheldengeschichten und anderem Gekloppe nach leiseren Tönen suchen, die einen über das Comic hinaus zum Nachdenken anregen, der wird mit "The October Girl" ganz sicher Freude haben.
Hoffen wir, dass bald weitere Ausgaben nachgeschoben werden! 

Sonntag, 17. März 2013

Independent Sonntag: X-O Manowar


Neue Woche, neues Glück!
Valaint war mal groß, das ist aber schon sehr lange her. Der US Verlag konnte sich eine Dekade, in den guten alten 90ern, halten und ist dann erst einmal mit allen seinen Franchises von der Bildfläche  verschwunden. Was bemerkenswert ist, denn Valiant konnte sich zeitweise als drittstärkster Comicverlag etablieren. Nach dem Ableben gehörten die Rechte an den Serien dem Videospielhersteller Acclaim, jedoch wurden diese 2007 verkauft. Nach und nach kamen mehr Leute ins Boot und es sollte bis 2012 dauern, bis der Verlag wieder in Erscheinung trat.
Mit seinem ersten Titel, der vor etwas weniger als einem jahr gepublished wurde, wollen wir uns heute beschäftigen: X-O Manowar.
Eines vorne weg. Ich habe es bisher und auch in den 90ern geschafft, Valiant komplett zu ignorieren, was mir zumindest in Bezug auf den Stoff von damals auch nicht besonders leid tut. Aber dann testet man doch mal eine Serie an von der mal viel Gutes gehört hat und wird angenehm überrascht
Zugegeben, zunächst war ich etwas skeptisch, weil ich Science Fiction auf dem Cover fand und drinnen plötzlich ins Mittelalter verfrachtet wurde, aber nach anfänglicher Verwirrtheit entspinnt sich eine ziemlich interessante Geschichte.
Denn in diese mittelalterliche Kampfkulisse mischen sich plötzlich Außerirdische mit überlegener Waffentechnologie und nehmen den Protagonisten Aric und seine visigothischen Kampfkumpels gefangen. Und dann war erstmal nix mehr von wegen gegen Römer kämpfen.
Es liest sich tatsächlich wie eine ganz klassische Science Fiction Geschichte und so tritt sie auch graphisch in Erscheinung.
Irgendwie erinnert mich die Serie von ihrem Flair an Perry Rhodan oder SciFi Groschenhefte aus den 50er und 60er Jahren, aber das stört eigentlich nicht weiter.
Die Geschichte ist wirklich spannend erzählt, auch wenn man jetzt nicht etwas Brandneues geboten bekommt. Dafür schreibt Robert Venditti einen nachvollziehbaren Helden, der vom Verlust seiner Familie und seines Volkes getrieben ist. Außerdem trifft man durch die seltsame Aufeinanderkunft immer wieder auf teilweise amüsante Anachronismen, manchmal können die auch schon etwas unlogisch sein.
So fällt es doch schwer zu glauben, dass die sonst mit Schwert und Schild kämpfenden Visigothen binnen weniger Sekunden mit automatischen Schusswaffen umgehen können und auch noch exzellente Schützen sind.
Eigentlich kann man auch schon den ersten großen Storybogen vorhersehen. Es gibt da diese heilige Rüstung, aber alle Alientypen, die sie anlegen, gebenden Löffel ab. Wer wird wohl der Auserwählte sein, der es schafft die Rüstung länger zu tragen und nach der Prophezeihung der neue Chef im Haus wird?
Aber fern ab von diesen Defiziten macht das Heft einfach Spaß und funktioniert als angenehmes, kurzweiliges Lesefutter wunderbar.
Außerdem bietet Valiant eine exklusive Digitalvariante an, bei der man noch 4 bis 5 Bonusseiten mit work-in-progress-Zeichnungen erhält. Eine nette Dreingabe,  für jeden, der seine Comics nicht mehr auf Papier kauft.
Kurzum, wer auf eine durchaus spannende Science Fiction Geschichte Bock hat und kein Problem damit hat, dass das Erzählte nicht immer so richtig neu ist und es die ein oder andere Schwierigkeit im Hinblick auf Logik gibt, dem sei X-O Manowar empfohlen.
Bisher sind 10 Hefte der Serie erschienen.  

Freitag, 15. März 2013

Wally West im New DCU?


In der aktuellen Vibe Ausgabe ist ein sehr interessantes Panel zu finden. Schaut mal oben rechts. Vibe hat eine spontate Reaktion, weil er die ihn heimsuchenden Vibrationswellen nicht unter Kontrolle hat. Ändert sich da seine Haarfarbe? Rote Haare? Könnte das ein Speedster sein, der aus einer anderen Dimension versucht auf seine Erde zurückzukommen?

Donnerstag, 14. März 2013

Pull Liste im April 2013


Hier die kommentierte Liste der Comics, die ich im April lesen werde.

Woche I
Action Comics (2011-) #19 - Andy Diggle übernimmt den reichlich konfus geratenen und leider enttäuschend Run von Morrison. Ein guter Zeitpunkt, um der Serie wieder eine Chance zu geben.

Animal Man (2011-) #19 - Jeff Lemire weiß, was er macht und nach Rotworld wird es sicherlich wieder interessaner

Bedlam #6 (MR) - Sehr abgefahrener Kram, den Nick Spencer da erdacht hat. Allerdings völlig genial und gut durchdacht

Detective Comics (2011-) #19 - Seit Tony Daniel nicht mehr schreibt, ein Titel, den man verfolgen sollte. Die Penguingeschichte ist ganz brauchbar, aber es ist noch Luft nach oben.

Dial H (2012-) #11 - Ich liebe die Darksparte bei DC und Dial H ist angenehm verrückt und seltsam. 

Earth 2 (2012-) #11 - Im Hinblick auf den Trinity War sicherlich wichtig, aber auch so macht die Neuentdeckung alter JSA Helden viel Spaß. Außerdem wird Doctor Fate auftauchen, yay!

Green Arrow (2011-) #19 - Jeff Lemire! Ein Titel, an den ich mich sonst niemals gewagt hätte, aber in Kombination mit Sorrentinos Artwork ein absoluter Nobrainer. Kaufen, kaufen, kaufen!

I Love Trouble #5 (MR) - Läuft etwas holprig in den ersten Ausgaben, hat aber eine tolle Prämisse und wunderschönes Artwork.

Justice League of America (2013-) #3 - die erste Ausgabe war sehr vielversprechend und der Justice League Sparte tut derzeit ein bisschen Worldbuilding sehr gut. Zum Glück sind viele interessante Charaktere an Board!

Swamp Thing (2011-) #19 -Snyder verlässt den Titel und daher ist hier ein idealer Punkt, um auf die Serie aufzuspringen. Bezüglich des Artists Kano bin ich noch etwas skeptisch, aber Swamp Thing braucht nach Rotworld dringend frischen Wind!

Worlds' Finest (2012-) #11 - nettes Teambuch, das einfach Spaß macht. Nichts wirklich Großes, aber nett.

Woche II
Batgirl (2011-) #19 - kehrt nach Death Of The Family wieder zur eigentlich Story zurück. Es wird interessant, wie die Bruder- und Muttersache ausgeht.

Batman (2011-) #19 - einer der besten DC Titel. Snyder weiß was er tut und erzählt bis zum Start des Year Zero noch ein paar Einzelgeschichten. Die bisherigen waren extrem nett, also Pflichtkauf

Batman and Robin (2011-) #19 - war bisher ein sehr guter Titel und wird nicht zuletzt aufgrund der Geschehnisse in Batman Inc. extrem interessant.

Constantine #2 - gefiel mir schon in Justice League Dark unter der Schreibe von Lemire und da er hier auch die Hand anlegt, habe ich volles Vertrauen, dass es sehr gut wird.

Katana (2013-) #3 - fing ganz ok an, hat den Charakter in Ausgabe 1 aber sehr gut eingeführt. Ich habe große Hoffnung, dass die Serie sich steigern kann.

Saga #12 (MR) - war bisher das absolute Highlight und sicherlich die beste neue Serie aus dem letzten Jahr. Wir sollten dankbar sein, dass es solche großartigen Titel gibt und sie komplett unter der Regie von Brain K. Vaughan stehen.

Woche III
Batwoman (2011-) #19 - auch wenn J.H. Williams III derzeit nicht zeichnet, ist die Serie trotzdem Pflicht. Ich mag den Hauptcharakter und den Ton der Serie-

Chew #34 - läuft und läuft und läuft und wird nie wirklich schlecht. Stattdessen ein sehr leichtes, spaßiges Comicbuch.

Chin Music #1 - Neustart bei Image. Hatte ich vor einem Jahr in diesem Blog sogar mal angekündigt und ich bin gespannt, wie Chin Music sein wird. Aber Steve Niles gehört auch zu meinen immer wieder mit Freude gelesenen Horrorautoren und da ich schon länger nichts mehr von ihm gelesen habe, freue ich mich extrem.

Justice League (2011-) #19 - Throne Of Atlantis ist vorbei, es war großartig und die Reise geht weiter. Nachdem die Serie wirklich sehr schleppend startete, wurde der zweite Arc schon besser und seit TOA macht sie richtig Spaß. Und der Trinity War wird ebenfalls bald beginnen, also kann man hier gut einsteigen.

Justice League of America: Vibe (2013-) #3 - den Charakter kannte ich nicht, aber die #1 hat mir sehr gut gefallen. Funktioniert gut mit Justice League of America und man hat endlich das Gefühl, dass die Serien in einem Universum spielen und vieles zusammenhängt. Ich bleibe definitiv dran.

Masks #6 - Gefiel mir bisher gut und um einen Überblick, über die Charaktere im Dynamite Universum zu bekommen, reicht es vollkommen aus. Die Story ist nicht ganz rund, aber es ist immer noch ok.

Nightwing (2011-) #19 - ebenfalls ein solider Titel, der nach Death Of  The Familiy neue Wege gehen wird. Ich bin bereit.

Revival #9 -  eine meiner Lieblingsserien von Image, die herrliche creepy, ausreichend mysteriös ist und dazu noch wirklich toll gezeichnet ist. Kauft Revival und probiert es aus, ihr werdet nicht enttäuscht!

Wonder Woman (2011-) #19 - hatte ich bisher gar nicht so auf dem Zettel, hat mich dann aber vollkommen überzeugt. Für mich derzeit eine der besten Serien bei DC.

Woche IV
Aquaman (2011-) #19 - die Auswirkungen von Throne Of Atlantis werden uns wohl noch etwas länger begleiten und Johns war bisher so stark an Aquaman, dass der Titel ebenfalls zum Pflichtprogramm gehört, auch wenn man DC nicht leiden kann.

Batman Incorporated (2012-) #10 - wie wird es weitergehen? Allein deshalb und weil Morrison im Gegensatz zu Action Comics einen wirklichen Plan hat, sollte man Batman Inc. lesen.

East of West #2  - neue Serie von Image, ein SciFi Western. Nummer 1 kommt nächste Woche und ich bin sehr gespannt, was uns hier ewartet, könnte sehr gut werden.

Justice League Dark (2011-) #19 - Lemire, Lemire und immer wieder Lemire. Seit er die JLD übernommen hat, gehört das Comic für mich zu den wirklich herausragenden DC Titeln. Die Geschichten spielen in einem wirklich wunderbar etablierten Kosmos und die bisherige Story war extrem cool.

Morning Glories #26 - sollte man eigentlich nicht monatlich kaufen, weil einfach zu viel passiert und zu viel wichtig wird. Daher sammle ich immer ein paar Ausgaben und lese sie in einem Rutsch. Lost als Comics und auch noch toll gezeichnet. Wer noch nicht an der Serie ist, sollte sie unbedingt antesten, die Trades gibt es für einen lächerlich geringen Preis.

Nowhere Men #5 - hab ich nach vielen Empfehlungen angetestet und für toll befunden. Macht viel Spaß und ist erfrischend anders, ich bleib dran.

Talon (2012-) #7 - Da ich die Story um den Court Of Owls geliebt habe und auch die ersten Hefte von Talon begeistert gelesen habe, bleibe ich neugierig an der Serie und wurde bisher nicht enttäuscht.

Mittwoch, 13. März 2013

Marvel Comics - Meine Therapie

Etwas, das mir schon länger am Herzen liegt, ist der Umgang von Marvel mit seinen Fans. Oder sollte man besser sagen, mit seinen Kunden?
Um es gleich vorweg zu nehmen, ich war nie ein großer Marvelfan. Natürlich hat man in den 90ern die X-Men Zeichentrickserie gesehen und jeder fand Wolverine total cool, aber der Funke ist nie so wirklich übergesprungen.
Ich hab bei Dino meine DC Hefte gelesen.
Nachdem ich nach vielen Jahren der Comicabstinenz erschrocken festgestellt hatte, dass es den Dino Verlag zerlegt hatte, habe ich mich wieder etwas intensiver mit Comics beschäftigt, aber so richtig rein kam ich nie.
Ich hab so ein paar Trades nachgeholt, von beiden Verlagen und mich hauptsächlich mit Image und Dark Horse Comics über mehrere Jahre vergnügt.
Als DC dann den Relaunch aufsetzte, wurde ich sogar für eine kurze Zeit zu einem monatlichen Abonnenten. Seit dem ich mein iPad habe, damit wesentlich günstiger und flexibler an Serien komme, habe ich wieder eine viel größere monatliche Liste mit Comics.
Naturgemäß umfasst die mehr DC Titel als Marvel, aber dank des Marvel Mondays habe ich in die ein oder andere Serien hineingeschnuppert, allerdings meistens festgestellt, dass es überhaupt nichts für mich ist (Hawkeye, Astonishing Spider-Man & Wolverine). Lediglich die Fantastic Four konnte mich mit dem Hickman Run vollkommen in ihren Bann ziehen. Mit Marvel Now hab ich ein paar tolle Serien angetestet z.B. All New X-Men, Thor: God of Thunder oder Uncanny Avengers. Alle drei Serien haben mir extrem gut gefallen. All New X-Men ist sogar eine der besten Serien, die ich seit langer Zeit gelesen habe.
Trotzdem habe ich mich dazu entschieden keine der Serien weiter zu verfolgen.
Warum?
Nach der Preiserhöhung von iTunes im vergangenen Jahr sind die Preise für digitale Comics leider ziemlich gestiegen. Bei den Sales machen 10 Cent mehr keinen Unterschied, aber bei den 3,99$ Heften, merkt man es schon.
Nun gibt es die Preispolitik der Verlage Dark Horse, Image Comics, DC, Boom Studios, Dynamite Entertainment und IDW, bei denen das aktuelle Heft den vollen Preis kostet und nach einem Monat gesenkt wird und es gibt Marvel. Hier wird nichts gesenkt. Erst nach einem halben Jahr.
Dann gibt es Verlage wie DC, die 2,99$ für ihre Hefte verlangen und wenn sie zusätzliche Backup Geschichten wie in Justice League oder Batman anbieten 3,99$ verlangen. Man bekommt also mehr Comic für den Aufpreis.
Bei Marvel zahlst du für gutlaufende Serien pauschal 3,99$. Du hast aber trotzdem nur rund 20-22 Seiten statt 30-32.
Konkret heißt das dann, dass du für vier Ausgaben, die normalerweise in einem Trade für 8-10€ gesammelt veröffentlicht werden, stolze 14,36€ nach aktuellen iTunes-Kurs bezahlst.
Für digitale Comics, die du nicht wirklich besitzt, die du nicht wieder verkaufen kannst! Klar, auch im Print hast du bei Marvel trotz Aufpreis eine minderwertigere Papierqualität, aber im digitalen Sektor ist dieses Preismodell absolut konservativ und ist von keinem anderen Verlag so schlecht für den Kunden.

Ich habe jetzt also die Wahl, ob ich mir mit einem Monat Verspätung Animal Man und Swamp Thing holen oder ein Heft von Marvel.
Lese ich 10 DC Serien ohne Backups im Monat, bezahle ich dafür sehr günstige 18,90€. Lese ich dagegen 10 gutgehende Marvelserien bin ich bei 35,90€ und dann erscheinen manche Serien noch zwei Mal im Monat etc.

Nun habe ich die Wahl für ein begrenztes Budget wenige Marvelhefte zu kaufen oder meine DC Hefte und noch etliche Comics von den Independent Verlagen zu genießen.
Und da Marvel unverhohlen zugibt, dass sie die hohen Preise verlangen, weil die Leute es zahlen, gibt es nur eine Möglichkeit gegen diese Preispolitik vorzugehen: vote with my wallet. Ich kaufe eure Hefte nicht mehr, weil ich diese Art von Wucher nicht unterstützen möchte.

Jetzt hat Marvel einige Aktionen in den letzten Tagen gebracht, die sie als kundenfreundlicher und stellenweise progressives Unternehmen im Onlinevertrieb darstehen lassen sollen. Aber schauen wir uns die Sache doch erst einmal genau an.

Beispiel Marvel Unlimited
Spotify für Marvel wurde getitelt. Wie funktioniert Spotify noch gleich? Man bezahlt einen monatlichen Obolus und hat damit Zugriff auf eine riesige Musikbibliothek und die meisten Alben wenige Tage nach Erscheinung zur Verfügung. Außerdem kann man die Songs offline speichern, um sie unterwegs zu hören und wahlweise eine extrem hohe Audioqualität.
Was ist jetzt an Marvel Unlimited so wie Spotify?
Zunächst stimmt der monatliche Betrag. Für 9,99$ ist das schon eine Ansage. Dann kommen aber schon die Probleme. Gezahlt werden kann nur mit Kreditkarte und selbst hier gibt es für Leute in Deutschland einige Probleme mit der Subscription. 
Außerdem können maximal sechs Hefte gespeichert werden, was einfach mal überhaupt nichts ist. Wer nur ein Wlan Tablet hat und unterwegs ist, kann im Gegensatz zu Spotify und auch Comixlogy nichts mit der App anfangen.
Dazu kommt noch, dass die Auflösung nicht so ist, wie sie für ein Retinadisplay gut wäre und natürlich, es gibt keine aktuellen Hefte. Bisher sind die "neuesten" Serien schon ein Jahr alt, es soll aber bis zu sechs Monate alte Serien geben.
Für jeden, der dachte, dass er günstiger an aktuelle Marvelhefte kommt - Fehlanzeige.
Lohnt es sich für alte Runs? Auch nicht wirklich. Die Serie sind völlig zerfleddert und es fehlen sehr häufig Ausgaben, so dass es sich gar nicht lohnt einen Run überhaupt zu beginnen. Für diejenigen, die Marvel regelmäßig gelesen haben, wird es erstrecht nicht interessant sein.
Es könnte spannend werden, wenn wir in einem halben Jahr die Marvel Now Hefte darin finden, in einer besseren Qualität und mit vernünftigen Bezahlmodalitäten.

Beispiel #1
Marvel haut 700 Hefte kostenlos raus. Alles Nummer einsen, auch von aktuellen Marvel Now Serien. Natürlich habe ich mich erstmal geärgert, dass ich für die angetesten Marvel Now Sachen so viel Geld bezahlt und nicht auf diese Gelegenheit gewartet habe. But that's just me. Vordergründig natürlich eine dolle Sache. Die Server crashen, weil es einen riesigen Run gibt, denn die Aktion ist auf drei Tage begrenzt, also lädt jeder wie bescheuert die Hefte und legt damit alles lahm. Hätte man die Aktion über einen längeren Zeitraum laufen lassen, wäre die Situation vermutlich weniger furchtbar gewesen und die Techniker bei Comixology hätten nicht so viele grauen Haare.
Das Ende vom Lied war, dass man als DC Leser teilweise seine Comics nicht mehr kaufen konnte, weil die Infrastruktur einfach so geplättet war. Aber gut, das ist schon eine sehr grumpy DC Fanboy-geprägte Einstellung.
Für Marvel war das zwar ein strategisch kluger Schritt, aber haben sie dem Fan damit wirklich etwas Gutes getan? Natürlich füttert man mit dieser Aktion die Leute an. Gibt ihnen was umsonst, fixt sie an und kassiert sie dann mit den Folgeheften ab. Von den 700 Heften waren ja auch etliche so alt, dass sie damit eigentlich gar keine Kohle mehr machen würde, von daher war es einfach egal, ob die jetzt verschenkt werden oder als Bits auf ihren Servern gammeln.
Insgesamt haben sie damit natürlich massig PR bekommen, weil jeder darüber geredet hat. Bolt war dieser Move aber ganz sicher nicht, klug schon eher, aber fortschrittlich und kundenfreundlich? Ich weiß nicht.

Für mich als Leser, der gerne direkt am Puls der Zeit, bzw. maximal einen Monat hinterher ist, gibt es derzeit kein Angebot von Marvel, das auf nur irgendeine Art und Weise reizvoll wäre und bei dem ich nicht das Gefühl hätte, die Cashcow zu sein.
Niemand bestreitet, dass Marvel tolle Serien hat, das ist der Fall, aber mit dieser wirklich miesen Preispolitik, bei der sie für ein digitales Heft, für das sie kaum Kosten haben, zum Teil mehr verlangen als für ein physikalisches Heft anderer Verlage, kann ich sie einfach nicht unterstützen, so schwer mir diese Entscheidung auch manchmal fällt.

Vielleicht ist das auch einfach nur meine eigene Sturheit und ganz sicher völlig banal, aber bei DC weiß ich woran ich bin. Sie haben ihr Statement gegeben. We draw the line at 2,99 und alles was darüber geht, hat mehr Content und ist somit legitimiert, aber woher weiß ich, dass Marvel nicht bald schon 4,99$ nimmt? Warum nicht? Sie werden es sicherlich versuchen und wenn genug Leute es kaufen, dann werden sie es auch weiter durchziehen. Früher oder später werden auch die 2,99$ mehr kosten, weil sie es können und weil es genug Leute gibt, die diese Preispolitik unterstützen. 
Ein bisschen wie das public good Dilemma. Als einzelner bist du gearscht und Marvel fickt dich. But that's buisness baby!
Ich kann aber auch jeden verstehen, wenn man dieses Problem überhaupt nicht sieht. 
This is just my therapy.

Quick Shots I

Servus und aloah!
Hier mal ein paar kurze Empfehlungen zu aktuellen Serien, die man nicht verpassen sollte!

Aquaman
Zusammen mit Justice League läuft die Serie grade auf Hochtouren und ist durch die Throne of Atlantis Storyline durch.
Das war ein sehr bildgewaltiges Epos mit starken Auswirkungen auf die weitere Serie. Wer sich bisher noch unschlüssig war, ob er diese Geschichte lesen sollte: auf jeden Fall!



Bedlam
Nick Spencer schreibt einen psychotischen Serienmörder, der im Verlauf seines Lebens eine unerwartete Wendung vollführt. Bedlem ist echt harter Tobak, aber auch extrem faszinierend. Es herrscht eine angenehme Konfusion darüber, was genau passiert und wie die Dinge wirklich sind. Zeichner Riley Rossmo setzt die Geschichte in seiner bekannten und stark stilisierten Art um. Wer eine Geschichte mit Tiefgang und viel Ambivalenz lesen möchte, ist hier bestens aufgehoben!


Clone
Läuft derzeit mit bisher vier Ausgaben bei Image und erzählt eine spannend und zugleich rasante Geschichte. Der Titel verrät schon einiges über den Inhalt. Es tauchen Klone auf, das Leben des Protagonisten stellt sich auf den Kopf und es gilt Geheimnisse und Experimente zu lüften. Bisher sehr vielversprechend

I Love Trouble
Ebenfalls bei Image Comics erschienen, erzählt I Love Trouble eine Geschichte über ein Problemkind, das sich plötzlich mit Superkräften konfrontiert sieht. Der Zeichenstil von Mark A. Robinson ist eine Augenweide und er setzt die tatowierte Protagonistin Felicia sehr cool um. Leider gerät die Geschichte mit der zweiten Ausgabe etwas ins Stocken und man wünscht sich einen stringenteren Erzählstil, aber Spaß macht es immer noch. Danach fängt sich Kel Symons jedoch wieder und liefer sehr gute Arbeit ab.

Justice League of America
Geht interessant los, schließt einige Lücken und bereitet wohl den großen Sommerevent mit vor. Eine solide erste Ausgabe, die viele Fragen aufwirft, interessante Wege für die zukünftigen Handlungen einschlägt und insgesamt das Gefühl einer kohärenten Continuity im neuen DC Universum gibt. Prognose: könnte echt gut werden.

Katana
Gefühl mir überraschenderweise sehr gut. Die Birds of Prey hatte ich bisher ignoriert und so war mir der Charakter gänzlich unbekannt. Mit der ersten Ausgabe beweist Ann Nocenti zumindest, dass sie mehr kann, als die mittelmäßigen Green Arrow Hefte. Katana wirkt sehr rund und fühlt sich auch wirklich als Neuanfang an. In der ersten Ausgabe kommt sie in ihrer neuen Heimat an und es wird einiges über ihre Vergangenheit und ihren verstorbenen Mann erzählt. Außerdem schafft es Alex Sanchez mit extrem tollen Zeichnungen die Geschichte toll in Szene zu setzen. Sei es in den dynamischen Schwertkampfszenen oder in den ruhigen Momenten. Ich freue mich sehr auf die nächste Ausgabe und hoffe inständig, dass das anfängliche Niveau weiterhin gehalten werden kann.

Sex
Crazy shit, der definitiv nichts für Kids ist. Viel Setup, das Joe Casey in der Nummer 1 auftischt. Dialoglastig und detailiert von Piotr Kowalski gezeichnet, weiß man noch nicht genau, wohin die Reise geht. Einige schräge Personen wurden eingeführt und im letzten Drittel weiß man, weshalb das hier ein Matureread ist, aber ein bisschen mehr roten Faden hätte ich mir für die erste Ausgabe gewünscht. Prognose: könnte gut werden.

Dienstag, 12. März 2013

Über das Spoilerproblem und den Umgang mit seinen Mitmenschen

Jeder liest gerne Geschichten, jeder liest gerne gute Geschichten und jeder lässt sich gern von unerwarteten Wendungen überraschen.
Grade im Comic sind Cliffhanger und schockierende Wendungen ein Hauptbestandteil des Mediums und stellen unter anderem einen Reiz dar, ein Comic zu lesen.
Mit der fortschreitenden Entwicklung der Kommunikationsmittel fällt es zunehmend schwerer sich davor zu schützen, dass irgendwer brisante Wendungen schon vorher ausplaudert.
Aber nicht nur die Comics haben diese Probleme, auch beim Konsum von Filmen und TV Serien tappt man regelmäßig in Tretminen und verdirbt sich somit den Sehspaß.
Dabei sind Leute die spoilern ganz unterschiedlich.
Es gibt die völligen Idioten, die aus dem Wissen, dass man jemand anderem grade etwas verdorben hat, irgendeinen perfiden Spaß ziehen. 
Es gibt die Egoisten, die es für selbstverständlich halten, dass man über alles reden kann und jeder, der sich mit modernen Kommunikationsmitteln durch die Welt bewegt selbst Schuld daran ist, wenn er gespoilert wird. Sie setzen ihr Recht, über etwas reden zu wollen über die Rücksichtnahme auf andere. Man hört dann häufig, dass man ja selbst gar kein Problem damit habe, wenn man selbst gespoilert wird. Denn der Weg ist ja das Ziel.
Natürlich kann man das so sehen. Das ist eine vollkommen legitime Auffassung, aber zu glauben, dass jeder so denkt, ist schon ziemlich schräg. 
Es ist ein bisschen so, wie ein Raucher, der seinen Qualm allen anderen zumutet und somit sein eigenes Bedürnis die Lunge zu teeren, über die Gesundheit aller anderen stellt. Denn er hat schließlich kein Problem damit, wenn andere neben ihm rauchen.
Es gibt aber auch die Leute, die aus Versehen Enden ausplaudern und sich danach entschuldigen.
Leider ist der letztere Typus sehr selten geworden und im Zeitalter der Ellenbogengesellschaft, in der man eher auf sein eigenes Wohl bedacht ist, als das man Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt, kann man so etwas wohl nicht mehr erwarten.

Bei den Comics ist das Problem allerdings noch viel komplexer. Durch die Monatsankündigungen der Verlage werden schon einige Richtungen vorgegeben. 
Allerdings achten die Verlage sehr genau darauf, dass keine Details oder ganze Wendungen bekannt werden. Da werden auch mal alternative oder geschwärzte Cover präsentiert, um den Lesern nicht den ganzen Lesespaß zu nehmen. Denn auch Verlage sehen natürlich bei den Lesern das Bedürfnis überrascht zu werden.

Sollte man deshalb überhaupt nicht über den Inhalt reden und über welche Wege ist es besonders problematisch?
Wir alle wissen, der Mittwoch ist der Tag, an dem die Comics erscheinen. Zumindest in den USA. Nun hat man in Deutschland natürlich die Möglichkeit in Shops die US Hefte zu beziehen, allerdings schaffen die es in den seltensten Fällen sie sofort da zu haben. Wer Abos amerikanischer Verlage hat, der holt sie sich meistens zum Wochenende bzw. zwei oder einmal im Monat.
Wenn also am Mittwoch ein Comic erscheint, ist es zumindest für die Printleser in Deutschland sehr unwahrscheinlich bereits über eine Geschichte bescheid zu wissen.
Ich selbst bin komplett auf den digitalen Kauf von Comics umgestiegen und habe somit schon sehr früh mittwochs Zugriff auf die Hefte von DC. Im Laufe des Tages, oft gegen frühen Nachmittag, ziehen dann alle anderen Verlage wie Image oder Marvel nach und publizieren ihre Hefte digital.
Nun hat man, wenn man nicht gerade nur eine sehr kleine Auswahl an wöchentlichen Comics liest, eine ganze Woche Stoff, um seine Geschichten zu lesen. 
Umso ärgerlicher wird es, wenn etwas wirklich Großes angekündigt ist und man, weil man ein sehr großer Fan der Serie ist, noch einmal die gesamten Ausgaben durchgehen will, um den vollen Payoff zu erhalten. Schreiber wie Geoff Johns oder Grant Morrison sind bekannt dafür, sehr lange Geschichten zu erzählen, die oft Bezug zu Ausgangspunkten nehmen.
Und dann liest du in deinen Leisten verschiedener Netzwerke genau das, was du bis dato erfolgreich versucht hast die ganze Zeit zu vermeiden und die gesamte Spannung fällt ab und weicht dem Zorn darüber, das dir grade etwas, das dir persönlich sehr am Herzen lag, vollkommen zunichte gemacht wird. 
Natürlich wäre das alles nicht halb so schlimm, wenn man wenigstens ein 'sorry' hören würde, sondern stattdessen noch arschige Kommentare alá "selbst Schuld, was raus ist, ist raus" lesen muss.
Klar, ich war so dumm und habe zwei Tage gewartet, weil ich mir die volle Dröhnung geben wollte. Im Nachhinein war ich wohl wirklich sehr naiv zu denken, dass Respekt vor der Einstellung anderer und Rücksichtnahme noch eine Rolle spielen. 
Meine Konsequenz ist, dass ich Leute, die Ereignisse ausplaudern radikal aus meinen Informationflüssen verbannt habe. Außerdem versuche ich nun die Serien, die mir sehr am Herzen liegen so schnell wie möglich zu lesen und bestimmte Netzwerke für diese Zeit zu meiden.

Was mich rückblickend am meisten enttäuscht, ist gar nicht mal, dass man gespoilert wird. Es sind viel mehr die egoistischen Einstellungen, die Leute von sich abstrahieren und für allgemeingültig erklären. Natürlich kann man sich über Ergebnisse auslassen, dafür wurde Dinge wie Spoilertags etc. erfunden, niemand will hier den Drang sich über ein besonders polarisierendes Ereignis auszutauschen unterbinden. Große Webseiten tun das regelmäßig, um viele Klickzahlen zu bekommen. In Blogs geht das z.B. auch sehr gut. Dann steht es aber jedem frei zu entscheiden, ob er diese Information bekommen möchte oder nicht. Aber in feste Nachrichtenflüsse solche Infos zu setzen, obwohl einen die Serie vielleicht gar nicht mal interessiert und dann überhaupt nicht nachvollziehen können, warum andere darüber verärgert sind?

Daher mein Appell und das mein ich gar nicht mal nur in Bezug auf Comics: nehmt bitte mehr Rücksicht auf eure Mitmenschen! Das, was für den einen selbstverständlich ist, muss es für den anderen noch lange nicht sein. Klar, Verständnis und 'nett sein' sind grade im Zeitalter von Shitstorms und Rage eine Seltenheit, aber probiert es mal aus. Vielleicht stellt ihr euch in der nächsten Raucherpause nicht genau in den Eingang eines Gebäudes, so dass jeder erst durch eine Rauchwolke gehen muss, spielt euer neues Lieblingslied nicht mit dem Telefon lautstark im Bus ab oder lasst das Mädel, das nur 2 Milchtüten in der Hand hat, an der Kasse im Supermarkt vor! 
Ich verspreche euch, dass es gar nicht weh tut und überhaupt nicht schlimm ist!

Montag, 11. März 2013

Wonder Woman is awesome! Über die Geschlechterrollen in Comics


Mein erstes und letztes Heft der Amazone hatte ich im Juli 1998 in der Hand. Und es sollte noch mehr als 14 lange Jahre dauern, bis sich das änderte.
Nach einem gescheiterten Film und nie wirklich interessanten Auftritten in anderen Serien war die Figur für mich sehr lange ein weißes Blatt, das nichts Reizvolles bot.
Mit dem New52-Relaunch im September 2011 änderte sich das jedoch. Sie bekam eine neue Serie, einen neuen Artist, einen neuen Writer. Weil es jedoch zu viele neue und spannende Serien gab, ignorierte ich die Dame auch weiterhin und das sollte sich als sträflicher Fehler herausstellen.
Denn dann kam der Tag, an dem ich mir einfach mal die Nummer 1 kaufte und binnen weniger Stunden bis zur aktuellen Ausgabe aufgeholt hatte und mehr wollte.
Warum ist Wonder Woman so gut?
Zunächst hatte ich immer eine falsche Vorstellung von ihrem Charakter. Irgendwie hatte sich bei mir eingeschärft, dass sie ein weiblicher Figur wäre, die einfach nur männliche Verhaltensmuster imitiert. Die unabhängigen Amazonen, die feindlich gegenüber dem männlichen Geschlecht eingestellt sind und auf ihre Weise genauso intolerant wirken. Außerdem hatte ich nie wirklich Lust, eine weibliche Hauptfigur zu lesen, die mehr emanzipatorischer Selbstzweck war als alles andere.
Natürlich ist sie die Frau, mit der sich weibliche Comicleser am ehesten identifizieren, aber für mich wirkte "In your face"-Emanzipation immer sehr abschreckend.
Ich möchte weibliche Charaktere nicht als Gegenbewegung wahrnehmen, nicht als offensichtlich konstruierten Gegenentwurf zum männerdominierten Rest der Comiclandschaft.
Für mich funktioniert die perfekte Serie mit einer Protagonistin nämlich so, dass ich sie in ihrer Darstellung und ihrem Handeln als vor allem natürliche Figur wahrnehme.
Denn ich empfinde es nicht so, dass eine Heldin per se schwach ist und deshalb stark dargestellt werden muss.
Natürlich sind die Möglichkeiten, weibliche Probleme und Sichtweisen in ein Superheldencomic zu tragen, sehr begrenzt. Aber obwohl Comics wie Wonder Woman sich primär an Leserinnen richten, haben sie nicht nur den Auftrag, diese zu repräsentieren, sondern auch, und dieser Punkt wird für meinen Geschmack viel zu oft ausgeklammert, bei männlichen Lesern Verständnis zu erzeugen und Vorurteile abzubauen.
Es nützt nichts, wenn eine Seite der anderen vor den Kopf stößt und sich Fronten dadurch nur verhärten statt zu verschwinden.
Azzarello geht, wie ich finde, einen wirklich sehr guten Mittelweg. Zum einen steht in seiner "Wonder Woman"-Serie nicht Emanzipation im Fokus, obwohl sie zweifelsohne ein Teil ist, sondern eine gute Geschichte. Daher wirkt das Heft auch erfrischenend leicht und zugänglich.
Dabei ist Diana nicht die einzige starke weibliche Figur, sondern auch Zola, um die sie sich kümmert, und Hera haben dominante Rollen innerhalb der Geschichte.
Der komplette Plot dreht sich bis zum heutigen Zeitpunkt um das mittlerweile geborene Kind von Zola.
Aber obwohl ich nun ein Comic, das sich eher an Leserinnen richtet, bewerte, habe ich nicht das Gefühl, ein "Frauencomic" zu lesen.
Ist das jetzt gut?
Hat es denn nicht den Sinn verfehlt, wenn es sich doch eigentlich so anfühlen soll, dass hier Widerstand zum restlichen Comiceinheitsbrei geleistet wird?
Oder bedeutet Gleichstellung, dass ich gar keinen Unterschied mehr sehe und weibliche Hauptcharaktere als etwas völlig Natürliches und Selbstverständliches empfinde?
Ich möchte meinen, dass letztere Variante die deutlich progressivere ist und am Ende vernünftiger ist.
Dazu notwendig ist, dass beide Geschlechter nicht idealisiert werden. Eine Wonder Woman, die nach bisheriger Origin aus ihrer Mutter und Lehm entstand, hat für mich schon einen sehr faden Beigeschmack. Die Entwicklung, dass sich Zeus als ihr Vater herausstellt, finde ich sehr gut, weil somit ein völlig neuer Aspekt in ihr Mindset aufgenommen wird: nämlich eine Beziehung zu einem Vater. Damit möchte ich jetzt jedoch nicht sagen, dass Vater und Mutter als normatives Ideal zu sehen sind. Selbstverständlich ist es genauso normal, wenn Kinder von homosexuellen Eltern erzogen werden, aber dieser Aspekt scheint mir bei der Lehmgeschichte nicht wirklich vorhanden zu sein. Auf der anderen Seite funktioniert die alte Geschichte, die sich nun als Unwahrheit herausstellt, zum einen als Konfliktpunkt, da Wonder Woman von ihren Amazonenschwestern aufgrund ihrer Lehmabstammung isoliert und teilweise ausgegrenzt wird, und zum anderen als Reibungspunkt mit ihrer Mutter, die sie von Anfang an belogen hat.
Hinzu kommt die Geschichte, die in der #0 Ausgabe erzählt wird, in der ein weiterer Gott, nämlich Krieg, Diana trainiert und eine temporäre Vaterrolle einnimmt.
Nun wurde oft kritisiert, dass Azzarello die Amazonen als Vergewaltigerinnen darstellt. Diese haben Schiffe mit männlicher Besatzung überfallen, die Männer zum Beischlaf gezwungen, um für die eigenen Nachkommen zu sorgen.
Sollten dabei dann Jungen herauskommen, wurden sie vertrieben.
Das lässt das Volk der Amazonen negativ aussehen – zweifelsohne – und es wird behauptet, dass diese Beschreibung unter die Gürtellinie geht.
Für mich war wiederum diese durch und durch ambivalente Rolle der Amazonen gerade dadurch so interessant, dass sie nicht idealisiert, aber auch nicht genuin schlecht gezeigt werden. Denn die Frauen, die ihre Söhne weggeben müssen, haben sehr stark darunter zu leiden und sind genauso Teil der Gemeinschaft und dieses immanenten Sexismus der Amazonen.
Auf der anderen Seite werden auch die Söhne, die ihr Leben in Knechtschaft von Hephaistos verbringen, damit aber irgendwie auch glücklich sind, von ganz unterschiedlichen Seiten gezeigt. Denn das gängige Rollenbild eines Mannes oder Kriegers würde diese Söhne nicht so darstellen, dass sie dankbar darüber sind, dass sie von einem Mann aufgezogen wurden, nachdem sie von ihren Müttern verstoßen wurden und sich daher in einer lebenslänglichen Demut darüber befinden.
Von diesen völlig unterschiedlichen Darstellungen, die in alle Richtungen bei jedem Geschlecht ganz anders sind, lebt auch das Writing von Azzarello.
Aber die Geschichte funktioniert, und das ist wirklich auch das Besondere, genauso gut, ohne dass man diese Momente mitnimmt und von ihnen auf die Lebenswirklichkeit abstrahieren kann.
Was Azzarello mit dem griechischen Pantheon anstellt und wie intelligent er die Götter mit ihren jeweiligen Attributen einsetzt, ist wirklich mehr als beeindruckend.
Er baut unvorhersehbare Wendungen ein, die völlig logisch und selbstständig enträtselbar gewesen wären, und hält die Geschichte über die komplette Distanz der bisherigen Serie spannend. Man baut zu den Charakteren verschiedene Bindungen auf, da sie sich auch in ganz unterschiedliche Richtungen entwickeln – und zwar aus nachvollziehbaren Gründen. Außerdem werden behutsam externe Bedrohungen am Rande etabliert, die wohl noch in das Geschehen eingreifen und an Bedeutung gewinnen werden.
Dazu kommt das wirklich wunderschöne Artwort von Cliff Chiang, der erfreulicherweise weibliche Attribute überhaupt nicht überzeichnet darstellt, sondern völlig natürlich.
Allein die Designs zu den verschiedenen Gottheiten sind extrem gelungen und auch der Ersatzartist Tony Akins führt Chiangs Stil in seinem Sinn weiter, ohne jedoch seine eigene Note zu unterdrücken, und sorgt damit für ein wirklich homogenes Bild.
Bei Wonder Woman spielt Familie eine extrem große Rolle. Nicht zuletzt mit den Wendungen in den aktuelleren Heften. Dabei ist auch sie nicht unfehlbar, aber sie wird nie – und diesen Vorwurf kann ich nur verneinen – dargestellt, als wäre sie die Freundin von Superman.
Daher kann ich diese Serie momentan wirklich jedem ans Herz legen, der Wert auf eine wirklich ausdifferenzierte und reflektiere Darstellung von Geschlechterrollen in Comics legt.
Natürlich gibt es auch völlig andere Lesarten und ich bin gespannt, wie diese aussehen. Sollte ich versteckt sexistische Momente übersehen haben, bin ich gerne bereit, darüber zu diskutieren, aber ich kann die bisher formulierte negative Kritik nicht wirklich nachvollziehen.

Sonntag, 10. März 2013

Independent Sonntag: Revival

Und los.
Es gewittert wieder!
Jeden Sonntag sollen in den kommenden Wochen lesenswerte Comics abseits der beiden großen Verlage herausgepickt werden. Denn immer wieder tauchen grandiose Serien auf, die wenig Beachtung finden und schnell in der Flut an neuen Veröffentlichungen untergehen. Hier soll ein kleiner Leuchtturm entstehen, der eine Hilfe sein soll, die Kleinode zu entdecken! Und mal ehrlich, nie war es leichter an solche Rohdiamanten zu gelangen, als dieser Tage. Mit beispielsweise Comixologys neu gestartetem Submit, wird es unabhängigen Künstler noch einfacher gemacht ein Publikum in jeder Ecke der Welt zu erreichen und junge Verlage wie Monkey Brain setzen ebenfalls auf den leicht zugänglichen digitalen Vertrieb von unbekannten Comics.


Den Anfang macht jedoch ein Comic, das bei dem wohl größten der kleinen Verlage, Image Comics, erscheint. Die Rede ist von Revival. Eine abgedrehte Geschichte, die von Tim Seeley geschrieben und Mike Norton großartig visuell umgesetzt wird.
Schon an der Covergestaltung zur #1 wird deutlich, wohin die Reise in Revival geht. Eine dunkelhaarige Dame steht vor einer Scheune im Schnee. Sie trägt einen Norweger und hält eine blutbeschmierte Sense in der Hand.
Was ein bisschen so wirkt, wie das Videokassettencover eines 80er Jahre Slasherfilms, liegt gar nicht mal so weit von diesem anfänglichen Eindruck entfernt. Eine US-amerikanische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, ist der Schauplatz dieser übernatürlichen Geschichte, die sowohl typische Horrorelemente von B-Movies aufweist, als auch eine intelligente Variation des bekannten Zombiemotivs.
Denn in Rothschild Wisconsin geschehen seltsame Dinge. Zebrapferde tauchen auf, anatomisch seltsame anmutende Gestalten durchstreifen die örtlichen Wälder und die Toten bleiben nicht tot.
Wer jetzt aber denkt, dass es sich um stinknormale nach Gehirn geifernde Zombies handelt, der wird angenehm überrascht. Denn obwohl einige "Reviver" zu gestörten Killern werden, ergeht es anderen doch viel entspannter. Warum das so ist und was die seltsam Gestalten in den Wäldern suchen sind einige Geheimnisse, die diese eigentlich kleine Geschichte so reizvoll und spannend machen.
Sehr oft erinnert "Revival" nämmlich an die alte Twilight Zone Serie aus den 50er Jahren. 
Im Kern geht es um eine alleinerziehende Mutter, die ihrem Vater mehr beweisen will, als sie es sich selbst jemals eingestehende würde und seltsam kauzige Charaktere, die man nie wirklich 100% einschätzen kann. Daher ist "Revival" ständig unberechenbar, man weiß nie, was mit wem zusammenhängt und wer jetzt eigentlich noch unter den lebenden Lebenden weilt.
Dazu kommt natürlich das wunderbare Kleinstadtsetting, das sich durch seine Einfachheit, aber auch die manifeste Fremdenfeindlichkeit und das allgemeine Misstrauen, das sich die Einwohner untereinander entegegen bringen.
Viel mehr möchte ich von der eigentlichen Handlung gar nicht verraten, denn schon in der ersten Ausgabe gibt es eine nette Wendung, die man am besten ungespoilert mitnimmt.
Das Comicbuch ist nichts für zartbesaitete Leser, da es doch bisweile recht blutig werden kann, aber die graphische Gewalt wird zum Glück nie als Selbstzweck eingesetzt. Mike Norton hat einen unglaublich tollen Stil, der perfekt zur Serie passt. Durch die klaren Panelaufteilungen und die sauberen Zeichnungen, verliert man nie den Faden bei der mitunter doch sehr turbulenten Handlung, die auf mehrere Ebenen spielt. Dass er außerdem wirklich tolle Zeichnungen abliefert, macht "Revival" zu noch einem viel größeren Genuss.
Was mir besonders gefällt, ist nicht nur die Haupthandlung, die sich erst langsam, nach und nach entspinnt, sondern der kreative Umgang mit dem Zombiemotiv. Wie schon bei der Zombiepersiflage "Als die Zombies die Welt auffraßen" werden hier nämlichen Fragen über die bereits bekannten hinaus gestellt. Es ist kein wirklicher Endzeitcomic, bei dem das Überleben im Vordergrund steht, sondern viel mehr der Umgang mit den Toten.
Ich bin gespannt, wie die gesamte Geschichte dann irgendwann aufgelöst wird und welche Wendungen die Handlung noch nehmen wird. Denn eins steht fest, sobald die nächste Ausgabe erscheint, möchte man sie lesen, um genau das zu wissen.
Mittlerweile ist auch schon das erste Tradepaperback erschienen, in dem für wirklich sehr wenig Geld die ersten 6 Hefte angeboten werden. Es empfiehlt sich auch "Revival" in dieser Form zu konsumieren, da die Hanldung stark auf die jeweiligen Hefte aufbaut, so dass man sie als Mounthly mehr als nur einmal lesen muss, um auch am Ball zu bleiben. Allerdings entdeckt man mit jedem Durchgang neue kleine Ideen, die Seeley hier eingebaut hat.
Wer schon Spaß an Morning Glories, Girls von den Luna Brothers oder alten Horrofilmen hatte, dem wird "Revival" sicherlich gefallen.
Beide Daumen hoch.