Donnerstag, 28. März 2013

Comicbesprechung: East of West #1


Mr. Hickman ist zurück und er gehört zu den wenigen Autoren, die mich für Marvelserien begeistern konnten. Mit seinen Fantastic Four Heften hat er sich in mein Herz geschrieben und auch bei Image Comics gibt es immer wieder kleinere Serien von ihm. Neben The Manhatten Project, gibt es nun eine zweite fortlaufende Serie von ihm bei Image: East of West.
Die Hyperezeptoren waren im Vorfeld bereits in Schwingungen versetzt und wurden vollumfänglich befriedigt.
Die Geschichte:
In einem fiktiven und anachronistischen Amerika werden drei menschenähnliche Kreaturen inmitten eines Steinkreises erweckt. Sie sind Reinkarnationen, aber offenbar fehlt ein Wesen, um die Reiter der Apokalypse zu komplettieren. In einer anderen Zeitebene verfolgen wir Death mit seinen beiden Gefährten und dessen Weg zum Präsidenten der Sieben Nationen von Amerika.



Was ich mochte:
Hickman erschafft ein endlos groß wirkendes Epos, das mit wunderbaren Western- und Science Fiction Elementen überzeugen kann. Es fühlt sich manchmal sogar ein bisschen wie die Welt von Stephen Kings "The Dark Tower" an. Die Dialoge sind sehr spannend auf den Punkt gebracht und glaubwürdig verfasst, die Schauplätze im verwitterten und erodierten Westen Amerikas wunderbar gewählt und das komplette Setting, mit seinen kleinen Idee, wie dem elektronischen Pferd, das wie eine Mischung aus Pferd und Käfer aussieht, begeistert mich sofort. Außerdem bekommen wir in der ersten Ausgabe viel Einblick in die Mythologie der Welt, dem historischen Ablauf, der sich grob an der amerikanischen Geschichte orientiert und genug Geheimnisse, denen man auf den Grund gehen möchte. Dazu setzt Nick Dragotta diese Ideen wunderbar um. Der detailierte und variantenreiche Stil trennt optisch die Zeitebenen und fängt sehr oft Momente ein, die aus einem epischen Western stammen könnten. Außerdem sorgt die sehr homogene Kolorierung von Frank Martin für ein angenehmes Hintergrundrauschen des drohenden Weltuntergangs. Dadurch sieht East of West manchmal wie ein klassicher Western aus, aber trotzdem fügen sich die anachronistischen technologischen Elemente nahtlos in die Welt ein, ohne fremd oder unnatürlich zu wirken.

Was ich nicht mochte: 
Ehrlich gesagt, gibt es nicht besonders viel an dieser Ausgabe auszusetzen. Einzig die schiere Vielfalt aus Informationen und die unklaren Zeitebenen können den Leser für ein erstes Heft etwas erschlagen. Man steigt nicht wirklich hinter die eigentliche Geschichte, weil dafür einfach zu wenig Verbindungen zwischen den Ebenen gelegt wurden. Das wird sich aber mit Sicherheit noch ändern und sobald sich der Plan für die Geschichte entfaltet, sollte mehr von dem, was man zumindest ahnt, klar werden. 
Auf der anderen Seite hätte ich mir für die Hauptfigur Death ein wenig mehr Bindung zum Leser gewünscht. Dadurch, dass man nicht viel über ihn erfährt und man somit nicht wirklich mit der Figur connected ist, schaut man mehr von oben herab auf sein Handeln, anstatt voll involviert zu sein.  Eine kurze Rückblende, um wenigstens zu wissen, warum er so ist, wie er ist, hätte ich mir gewünscht. Allerdings wird dieser Schwachpunkt wohl auch verschwinden, wenn erst einmal weitere Details der Story ins Licht rücken. Aber das sind beides eher geschmackliche Vorbehalte, denn handwerkliche Mängel.

Das Verdikt:
East Of West ist ein phantastisches und eigentlich perfektes Comicheft. Es begeistert durch den Ideenreichtum, die großartige visuelle Umsetzung und das Pacing der Geschichte. Die Komplexität mag zunächst abschreckend sein, allerdings empfindet man die Verwirrung beim Lesen nicht unbedingt als störend. Im Gegenteil, man möchte wissen wie es weiter geht und welche Bedeutung hinter einzelnen Szenen steckt. Hier ist Hickman erneut ein großer Wurf gelungen. Man muss kein Nostradamus sein, um dieser Serie kommerziellen Erfolg und viele wohlwollende Worte vorherzusagen. Also kaufen, so schnell wie möglich!


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