Sonntag, 24. März 2013

Independent Sonntag: The October Girl


It's Sunday, yay!
Heute geht es um ein Comic, das von Matthew Dow Smith in Personalunion erschaffen wurde. The October Girl. Erschienen ist es beim tollen Monkey Brain Verlag, der Künstlern eine Plattform für die digitale Distribution ihrer Kreationen zur Verfügung stellt.
Ich habe lange überlegt, ob es überhaupt Sinn macht, diese Serie zu empfehlen, da bisher erst zwei Ausgaben erschienen sind und diese jeweils auch nur 13 Seiten haben. Aber sie ist so gut und für 0,89 Euro die Ausgabe, ist sie geschenkt, so dass jetzt jeder mal zu seinem digitalen Comicshop geht und sich die beiden Hefte holt und toll findet.
Aber Obacht! Es ist durchaus melancholisch und düster. Dank der witzigen und besonnenen Schreibe von Matthew Dow Smith wirkt "The October Girl" aber nicht hoffnungslos elegisch, sondern hat durchaus leichte Momente. Eine wunderbar balancierte Mischung.
Es geht um ein junge Frau namens Autumn, die nicht so normal ist, wie man es von den meisten Leuten erwarten würde. Was sie aber viel sympathischer macht, ist ihre Art, wie sie die Welt betrachtet. Smith stellt in den wenigen Seiten so viele existenzielle Fragen und gibt erfrischende Blickwinkel auf das Leben und den Sinn, dass es riesigen Spaß macht, das Heft zu lesen. 
Der Zeichenstil passt perfekt zur teilweise eben melancholischen Atmosphäre und erinnert mit den Schwarzflächen und den geometrischen Formen an Mignole, allerdings ist er von dessen Brillanz noch weit entfernt.
Das Comicbuch ist komplett in schwarz-weiß und eine blassblaue Farbe gehüllt, so dass der flächige Zeichenstil wunderbar funktioniert.
Inhaltlich will ich eigentlich gar nicht mehr so viel darüber verlieren, weil sich das Wenige, was man erfährt ja auch in den wenigen zur Verfügung stehenden Ausgaben befindet.
Aber es lohnt sich definitiv! 
Wer allerdings mit "so Kunstkacke" oder Comics, die auch auf einem literarischen Level funktionieren, nicht viel anfangen kann, der sollte die Finger davon lassen.
Sollte man allerdings mal in dem ganzen Dschungel aus generischen Superheldengeschichten und anderem Gekloppe nach leiseren Tönen suchen, die einen über das Comic hinaus zum Nachdenken anregen, der wird mit "The October Girl" ganz sicher Freude haben.
Hoffen wir, dass bald weitere Ausgaben nachgeschoben werden! 

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