Sonntag, 17. März 2013

Independent Sonntag: X-O Manowar


Neue Woche, neues Glück!
Valaint war mal groß, das ist aber schon sehr lange her. Der US Verlag konnte sich eine Dekade, in den guten alten 90ern, halten und ist dann erst einmal mit allen seinen Franchises von der Bildfläche  verschwunden. Was bemerkenswert ist, denn Valiant konnte sich zeitweise als drittstärkster Comicverlag etablieren. Nach dem Ableben gehörten die Rechte an den Serien dem Videospielhersteller Acclaim, jedoch wurden diese 2007 verkauft. Nach und nach kamen mehr Leute ins Boot und es sollte bis 2012 dauern, bis der Verlag wieder in Erscheinung trat.
Mit seinem ersten Titel, der vor etwas weniger als einem jahr gepublished wurde, wollen wir uns heute beschäftigen: X-O Manowar.
Eines vorne weg. Ich habe es bisher und auch in den 90ern geschafft, Valiant komplett zu ignorieren, was mir zumindest in Bezug auf den Stoff von damals auch nicht besonders leid tut. Aber dann testet man doch mal eine Serie an von der mal viel Gutes gehört hat und wird angenehm überrascht
Zugegeben, zunächst war ich etwas skeptisch, weil ich Science Fiction auf dem Cover fand und drinnen plötzlich ins Mittelalter verfrachtet wurde, aber nach anfänglicher Verwirrtheit entspinnt sich eine ziemlich interessante Geschichte.
Denn in diese mittelalterliche Kampfkulisse mischen sich plötzlich Außerirdische mit überlegener Waffentechnologie und nehmen den Protagonisten Aric und seine visigothischen Kampfkumpels gefangen. Und dann war erstmal nix mehr von wegen gegen Römer kämpfen.
Es liest sich tatsächlich wie eine ganz klassische Science Fiction Geschichte und so tritt sie auch graphisch in Erscheinung.
Irgendwie erinnert mich die Serie von ihrem Flair an Perry Rhodan oder SciFi Groschenhefte aus den 50er und 60er Jahren, aber das stört eigentlich nicht weiter.
Die Geschichte ist wirklich spannend erzählt, auch wenn man jetzt nicht etwas Brandneues geboten bekommt. Dafür schreibt Robert Venditti einen nachvollziehbaren Helden, der vom Verlust seiner Familie und seines Volkes getrieben ist. Außerdem trifft man durch die seltsame Aufeinanderkunft immer wieder auf teilweise amüsante Anachronismen, manchmal können die auch schon etwas unlogisch sein.
So fällt es doch schwer zu glauben, dass die sonst mit Schwert und Schild kämpfenden Visigothen binnen weniger Sekunden mit automatischen Schusswaffen umgehen können und auch noch exzellente Schützen sind.
Eigentlich kann man auch schon den ersten großen Storybogen vorhersehen. Es gibt da diese heilige Rüstung, aber alle Alientypen, die sie anlegen, gebenden Löffel ab. Wer wird wohl der Auserwählte sein, der es schafft die Rüstung länger zu tragen und nach der Prophezeihung der neue Chef im Haus wird?
Aber fern ab von diesen Defiziten macht das Heft einfach Spaß und funktioniert als angenehmes, kurzweiliges Lesefutter wunderbar.
Außerdem bietet Valiant eine exklusive Digitalvariante an, bei der man noch 4 bis 5 Bonusseiten mit work-in-progress-Zeichnungen erhält. Eine nette Dreingabe,  für jeden, der seine Comics nicht mehr auf Papier kauft.
Kurzum, wer auf eine durchaus spannende Science Fiction Geschichte Bock hat und kein Problem damit hat, dass das Erzählte nicht immer so richtig neu ist und es die ein oder andere Schwierigkeit im Hinblick auf Logik gibt, dem sei X-O Manowar empfohlen.
Bisher sind 10 Hefte der Serie erschienen.  

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