Samstag, 22. Juni 2013

Warum Man of Steel ein schlechter Film ist SPOILER

Man of Steel läuft derzeit in den Kinos. Während der Ankündigung war ich noch sehr bedingt gehypt, aber spätestens nach dem dritten Trailer wollte ich diesen Film unbedingt sehen und habe mich extrem darauf gefreut. Als ich im Vorfeld hörte, dass der Film vor allem bei Filmkritikern floppte, habe ich meine Erwartungen deutlich herunter geschraubt. Ok, offensichtlich nicht weit genug, denn ich hatte immer noch einen guten Filmen erwartet. Den habe ich leider nicht bekommen und auch im Kino sah man einige verärgerte Gesichter.
Ok, meine Policy ist es ja eigentlich, dass ich mich niemals über schlechte Filme auslasse. Ich bin ein positiver Mensch, der tolle Filme gerne weiter pushen will und sie deshalb unterstützt. Man bezeichnet mich außerdem als recht naiven Zuschauer, weil ich grundsätzlich jedem Film etwas Positives abgewinnen will und mich nicht zu sehr an kleineren Plotholes störe.
Man könnte sagen, dass es sehr wenige Filme gibt, die ich nicht leiden kann, aber Man of Steel war derart mies, dass ich die Enttäuschung in Worte fassen muss.

Das Problem mit der Origin
Zunächst beginnt der Film vielversprechend mit tollen Szenen auf Krypton. Die gesamte Handlung dort gefiel mir sehr gut und auch, dass man danach schon auf den erwachsenen Clark geschenkt hat und nur Episoden aus der Vergangenheit durch Flashbacks erzählte. Dass man einfach mal einen Superheldenfilm nicht chronologisch erzählen würde, gefiel mir. Ein großes Problem wurde daraus allerdings, weil es einfach zu wenig aus Supermans Kindheit gab. Es wirkte alles so, als wollte man den Film zu einer bestimmten Szene bringen und hat genau dafür die Momente in der Vergangenheit eingesetzt, ohne jedoch zu berücksichtigen, dass man dem Zuschauer kaum Möglichkeit gab sich irgendwie mit dem Charakter Clark Kent zu identifizieren. Er wirkt wie eine Hülle, die mit ein paar Attributen lieblos behängt wurde, aber überhaupt keine Fläche für Sympathie oder irgendeine Art der emotionalen Involviertheit anbot. Schlussendlich war die Origin einfach zu wenig, auch wenn jeder sie kennt. Aber man kann sie in einem Film nicht einfach gegen sinnlose Action eintauschen und glauben, dass ein Zuschauer, der wenigstens ein bisschen Anspruch hat und etwas Charakterentwicklung fordert, einfach so abnimmt!


Das Problem mit den üblichen Plotholes und Ungereimtheiten
Ok, Zod bringt eine Maschine auf die Erde, die von beiden Seite der Welt auf den Erdkern zielt und somit Terraforming betreibt. Ist auf den ersten Blick ok....ABER WIE ZUM HENKER KANN AUF BEIDEN SEITEN DER VERDAMMTEN ERDE TAG SEIN? Wie kann man nur so ein logisches Detail vergessen? Aber gut, dass ist nur ein kleiner Kritikpunkt. Genauso wie die Tatsache, dass Lois Lane in der Arktis rumfotografiert und rein zufällig einen verschwommen Menschen (es ist natürlich Superman) bei 100 fachem Zoomen entdeckt und ihm folgt. Natürlich wirkt das sowas von konstruiert und in keinster Weise glaubhaft. Noch schlimmer fand ich es allerdings, dass sie sich am Abgrund eines Gletschers ohne irgendwelche Sicherungsvorkehrung erstmal auf einer zentimeterbreiten Kante zu einer Hölle balanciert. Ok, Lois ist eine toughe Frau, aber das war leider extrem unglaubwürdig.